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‘Die Landkarte der Liebe’ von Lucy Clarke

★ ★ ★ ☆ ☆  3 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Ein meerblaues Reisetagebuch – das ist alles, was Katie von ihrer Schwester bleibt. Denn Mia ist tot. In Bali stürzte sie von einer Klippe. Katie hat nur eine Chance, das Geheimnis um den Tod ihrer unnahbaren Schwester zu lüften: Ihr Tagebuch zu lesen und den Stationen ihrer Reise zu folgen. Und so taucht Katie immer tiefer in deren Leben ein und entziffert Stück für Stück Mias ganz persönliche Landkarte der Liebe …

|  R E Z E N S I O N  |

Ich bin ehrlich: Ich habe mir ‚Die Landkarte der Liebe‘ nur auf meine Wunschliste gesetzt, weil ich gesehen habe, dass ein Teil der Geschichte auf Bali spielen sollte. Ich kam gerade von einem dreimonatigen Asienaufenthalt (unter anderem zwei Monate Bali) wieder und wollte erneut in diese schöne und faszinierende Welt eintauchen. In dem Buch geht es um zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können, die aber beide, eine freiwillig, die andere eher unfreiwillig, auf der Suche nach sich selbst, eine kleine Weltreise bestreiten.

Mia hat schon immer spontan in den nächsten Tag hinein gelebt und sich wenig Gedanken um ihre Zukunft gemacht. Sie hat einen wilden Lebensstil und beschließt von einem auf den anderen Tag mit einem Freund eine Weltreise zu unternehmen. Die Tickets sind gebucht und die Reise geht los. Zurück bleibt Katie, die nicht nur optisch ein Gegenteil zu ihrer Schwester Mia bildet – sie liebt die Ordnung, sowohl im Haushalt, als auch in ihrem Leben. Mit sporadischen Anrufen hält Mia Katie über ihre Aufenthaltsorte auf dem Laufenden, erzählt aber relativ wenig von ihren Erlebnissen. Mehrere Monate nach Mias Abreise erhält Katie einen Anruf, der nicht von Mia stammt, sondern vom auswärtigen Amt Indonesiens. Mia hätte, indem sie sich von einer Klippe stürzte, Selbstmord begangen. Für Katie bricht eine Welt zusammen. Auch wenn sich die Schwestern nie sehr nahe standen, war sie doch die einzige Familie, die Katie geblieben war. Katie fühlt sich schuldig, Anzeichen falsch oder gar nicht gedeutet zu haben und entschließt sich nach dem Fund von Mias Reisetagebuch spontan Mias Route nachzuahmen, um zu verstehen, was mit Mia passiert sein könnte.

Die Geschichte ist immer abwechselnd in Kapiteln aus der Sicht von Mia und aus der Sicht von Katie geschrieben. Mia beschreibt ihre Erlebnisse und Orte, die sie auf der Weltreise von San Francisco bis nach Bali erlebt und Katie geht zu exakt diesen Orten, um jeden Schritt und jeden Gedanken nachzuvollziehen.

Ich habe Katies Reise gerne und mit Spannung verfolgt. Aus Ihrer Sicht zu Erfahren, was Mia alles erlebt und durchgemacht haben muss, war sehr interessant. Auch ihre eigene persönliche Weiterentwicklung war gut geschrieben und auch nachvollziehbar. Anders hingegen war es mit den Kapiteln, die aus Mias Sicht geschrieben waren. Leider hatte ich gar keinen Draht zu ihr und konnte mich auch nicht über die Dauer des Buches hin mit ihr anfreunden. Mir war Mia zu egoistisch und zu selbstbemitleidend. Auch konnte ich viele Entscheidungen, die sie traf, nicht nachvollziehen. Ähnlich empfand ich das bei den beiden Nebenfiguren Finn und Noah. Finn hatte für mich eine ausgereifte Persönlichkeit und war sehr sympathisch. Noah war hingegen weniger greifbar und obwohl er eigentlich ein wichtiger Charakter für die Geschichte war, konnte man sich ihn nur schwer äußerlich und charakterlich vorstellen. Außerdem gefielen mir die Geschehnisse und der gesamte Verlauf der Geschichte eher weniger und das Ende konnte mich leider auch nicht zufrieden stellen.

Leider wurde ich auch von den Szenen auf Bali enttäuscht (weswegen ich dieses Buch eigentlich gekauft habe). Die meiste Zeit spielte die Geschichte an anderen Orten und Bali wirkte in diesem Buch als ein negativer Ort, was schade ist, da ich selber so viele schöne Erinnerungen und Eindrucke von dieser Insel sammeln konnte.

Trotzdem ist ‚Die Landkarte der Liebe‘ ein noch guter Familienroman, der zum Nachdenken und Hinterfragen von Dingen anregt. Die eigene Familie kann man sich nicht aussuchen, aber am Ende ist genau diese doch das wichtigste und schönste Geschenk, das einem das Leben ungefragt geben kann.

Hier geht es zum Buch: ‚Die Landkarte der Liebe’ von Lucy Clarke.

|  Z U R   A U T O R I N  |

Lucy Clarke studierte Englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt.

© Inhalt und Info zur Autorin PIPER Verlag.

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