0 In Jugend/ Liebesroman

‘Winternachtssonne’ von Christelle Zaurrini

★ ★ ★ ☆ ☆  3 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Seit dem Tod ihrer Eltern ist Bettys Kopf ein düsterer Ort voller Schmerz und tiefer Abgründe. Bevor sie sich in ihrer Trauer vollkommen verlieren kann, schickt ihr Bruder sie in eine Therapie, wo sie Aiden kennenlernt, in dessen Kopf dieselben Schatten hausen. Für eine Zeit scheint es, als könnten sie sich gegenseitig retten, doch dann beginnt für beide der Alltag wieder und Aiden scheint wie ausgewechselt. Gezwängt in Muster, die er nach all den Jahren nicht mehr ablegen kann, verletzt er Betty immer wieder. Ist ihre Verbindung stark genug, um die Rollen, in denen sie Zuflucht gefunden hatten, aufzugeben?

|  R E Z E N S I O N  |

Dieser Roman ist die Fortsetzung von ‘Sommernachtswende’ und hat mich auf den knapp 200 Seiten doch mehr gefesselt als es der 1. Band geschafft hat. Hier geht es ein paar Jahre später mit der Geschichte von Dylans jüngerer Schwester Betty weiter. Diese ist mittlerweile 17 Jahre alt und kämpft nicht nur mit den üblichen Teenagerproblemen, sondern kann den Tod ihrer verstorbenen Eltern noch immer schwer verkraften. Nachdem die kleine Familie um Emma, Dylan, Kelly und Betty jobbedingt für ein paar Monate nach Trier ziehen und ihr geliebtes Heimatdorf verlassen muss, fällt es Betty zunehmend schwer ihre Missbilligung zu verbergen und verfällt immer mehr in depressive Muster.

Nach einiger Zeit soll sie an einer Gesprächsrunde für Teenager teilnehmen und lernt dort unerwartet ihre große Liebe kennen. Aiden ist jedoch nicht der typische Junge, den sich Schwiegereltern vielleicht wünschen – zum Einem “bad boy” und zum Anderen so verständnisvoll und der Empathie fähig, da er selbst ein eigenes schlimmes Geheimnis mit sich trägt. So ist auch dieser Roman wieder nicht typisch für eine Teenager-Liebesgeschichte und hat mich an einigen Stellen wirklich zum Nachdenken angeregt.

Früher habe ich mich oft gefragt, ob es irgendwann nicht mehr weh tut. Der Gedanke an meine Eltern. Die Antwort ist ein klares Jein. Denn irgendwann lässt der obere, stechende Schmerz nach. Man muss nicht mehr weinen beim reinen Gedanken an sie, aber in manchen Momenten erscheint eine innere Dunkelheit, die manchmal genauso quälend ist. Es reicht manchmal schon, ihr Parfüm zu riechen oder eine glückliche Familie zu sehen und sich zu denken, dass man so was nicht hat. Aber das mieseste Gefühl ist, wenn man eben diese Blicke der Menschen bemerkt. Wenn man gerade lacht und angesehen wird, als wollten sie sagen “Es ist schön, dass du noch lachen kannst.” Und du dich fragst ‘darf ich überhaupt glücklich sein?’, wenn man plötzlich merkt, dass man lange nicht getrauert hat. Einfach sein Leben weiterlebt, lacht und glücklich ist und das, obwohl sie nicht mehr da sind. (Seite 14)

Insgesamt fand ich diesen zweiten Band etwas besser, denn er war für mich authentischer und hat zusätzlich noch schwere Themen beinhaltet, die auch sehr real beschrieben wurden. Trotzdem hat man gemerkt, dass das Buch von einem kleinen Verlag ist, denn es waren einige Satzzeichenfehler vorhanden und es war eben nicht ganz auf einer Ebene mit anderen vergleichbaren Romanen. Auch die englischen Vornamen (Aiden, Fee, Nuno, Tyler) der neuen Charaktere haben mich leider tierisch genervt 🙁 Wenn doch die Geschichte in Trier spielt, können doch auch schöne deutsche Namen benutzt werden… Trotzdem waren bestimmte Abschnitte wirklich super gelungen, sodass ich mir auch einige Zitate merken musste, die mich sehr berührt haben. Abschließend also eine durchaus lesenswerte Fortsetzung, wenn man mal in die Romane kleinerer Verlage schnuppern möchte und wieder ein wunderschönes Cover wie auch schon bei Band 1!

Hier geht es zur Rezension von Band 1 ‘Sommernachtswende’.

Hier geht es zum Buch: ‘Winternachtssonne’ von Christelle Zaurrini.

|  Z U R   A U T O R I N  |

Christelle Zaurrini wurde 1992 in Luxemburg geboren und lebt heute mit Freund und Kater in der schönen Eifel. Die Liebe zum Geschriebenen beschränkte sich zunächst auf die Bücher vom Meister des Grauens, festigte sich aber, als eine ganz bestimmte Dystopie sich an ihr Herz klammerte und nicht mehr locker ließ. Es wurde zu einer Leidenschaft, die sich später auch im Selbstgeschriebenen widerspiegelte. Mit ihrem Blog und kurzen Gedichten hat das Schreiben begonnen, um mit ihrem Debütroman »Sommernachtswende« erst richtig zu starten.

© Inhalt und Info zur Autorin Drachenmond Verlag und amazon.de

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