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‚Die letzten Tage von Rabbit Hayes‘ von Anna McPartlin

★ ★ ★ ★ ☆  4 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst …
Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.

|  R E Z E N S I O N  |

Ich denke dieser kurze und prägnante Inhalt reicht schon fast aus, um den Ernst und die Tragik dieses Romans wiederzuspiegeln. Mia Hayes, von allen nur liebevoll Rabbit genannt, ist Anfang 40 und unheilbar an metastasiertem Brustkrebs erkrankt. Dies ist die Geschichte ihrer letzten Tage, aber auch eine Geschichte über ihre Vergangenheit – wie sie zu der Frau geworden ist, die sie heute ist und ihrer Liebe zu Johnny – sowie die Geschichte ihrer engsten Angehörigen in einer unvorstellbar schweren Zeit.

Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt, so bekommen wir nicht nur Rabbits Gedanken und ihre Reise in die Vergangenheit mit, sondern auch Einlicke in die Trauerphasen jedes Familienmitglieds. Die Idee fand ich durchaus gelungen, da jeder anders mit seiner Trauer umgeht und man wirklich die Hoffnungslosigkeit spürt. Jeder versucht nach dem letzten Strohhalm zu greifen, obwohl es ausweglos ist. Doch wann kann man loslassen? Gibt es den richtigen Moment das Schicksal zu akzeptieren und wann plant man die nächsten Schritte? Rabbit selbst ist in ihren letzten Tagen kaum noch ansprechbar und begibt sich schon langsam auf ihre Reise. Durch ihre Gedanken lernen wir ihre Kindheit und ihre einzig große Liebe Johnny kennen. Diese Geschichte zieht sich als ein paralleler Handlungsstrang der Vergangenheit durch den ganzen Roman, sodass sie zum Ende hin wirklich einen runden Abschluss findet.

Insgesamt hat mir dieser Roman wirklich gut gefallen. Die Charaktere waren sehr authentisch und der Erzählstil war eben nicht nur durchweg traurig! Vor allem der Humor, der zwischendurch immer wieder zu Tage kam, war einfach immer passend. Es war nicht übertrieben oder nervig, sondern echt. Zwischendurch kamen mir auch die Tränen, weil es einfach so gut und ehrlich geschrieben ist. Allerdings gebe ich nicht volle 5 Sterne, weil mir das Ende dann doch etwas zu kurz war. Die Geschichte von Rabbits Vergangenheit fand ich wirklich gut, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Zeit im Hospiz vielleicht etwas intensiver beschrieben wird. Das ist allerdings ein sehr kleiner Kritikpunkt! Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich mal mit einem etwas schwereren Thema auseinander setzen möchte.

Hier geht es zum Buch: ‚Die letzten Tage von Rabbit Hayes‘ von Anna MacPartlin.

|  Z U R   A U T O R I N  |

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

© Inhalt und Info zur Autorin Rowohlt Verlag

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