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‚Die Chemie des Todes‘ von Simon Beckett

★ ★ ★ ★ ☆  4 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Devonshire. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knöcherner Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten …

|  R E Z E N S I O N  |

‚Die Chemie des Todes‘ war mein erstes Simon Beckett Buch und das habe ich auch nur durch einen Zufall begonnen. Auf der Suche nach Hörbüchern hat mich spontan die anfängliche Handlung und die Stimme von Johannes Steck überzeugt, die die Geschichte besonders lebendig wirken lässt und Charaktere noch authentischer macht. In dem Thriller geht es um David Hunter, der sich nach einem tragischen Ereignis in einem kleinen Dorf in England als Allgemeinmediziner niederlässt. Eigentlich will David sich dort ein neues und ruhiges Leben aufbauen, abseits von Erinnerungen an sein altes Leben und seinen eigentlichen Beruf als forensischer Anthropologe hinter sich lassen. Doch die Ruhe wehrt nur kurz, denn ehe er sich versieht, findet sich David mitten in einem Mordfall wieder. Teilweise als Verdächtiger, aber auch von der Polizei als gefragter Spezialist in dem Bereich der Forensik.

Ich bin mittlerweile ein Fan der „David Hunter“-Reihe und war positiv überrascht, dass das persönliche Leben von David zwar nicht die Hauptgeschichte war, aber dennoch von großer Bedeutung für den Roman ist. Man begleitet den zurückhaltenden aber sehr sympatischen David, die Bewohner des Dorfes Manham und die Polizei durch die schrecklichen Tage der Tragödie. Außerdem lernt man deren Bewohner näher kennen und lässt einen immer neue Verdächtige finden sowie immer wieder verwerfen.

Der Erzählstil von Simon Beckett hat mir sehr gut gefallen, da wir überwiegend die Geschehnisse aus der Sicht von David Hunter sehen, teilweise aber auch Kapitel aus der Sicht der Opfer geschrieben sind. Diese Kapitel lösen große Spannung aus und lassen die Szenarien unglaublich realistisch wirken. Sehr gut fand ich außerdem, dass der wissenschaftliche Aspekt des Todes und der Verwesung sehr genau, aber auch interessant für Nicht-Mediziner beschrieben wurde. Nichts für schwache Nerven, aber eine gelungene Erweiterung für den ganzen Roman.

Abschließend kann ich sagen, dass Simon Beckett ein guter Thriller gelungen ist, der aufzeigt, dass eine Tragödie ein kleines Dorf und eine eingeschworene Gemeinschaft ganz leicht zerstören kann. Er zeigt auf, wie viel Misstrauen doch in Menschen steckt und dass man dem netten Nachbarn von nebenan doch nicht weiter als hinter das Küchenfenster schauen kann. Auch die Macht von Einzelnen, die sich solche Tragödien zu Eigen machen und andere Menschen in diesen Zeiten beeinflussen, ist sehr erschreckend. Dennoch, oder gerade wegen diesen Konflikten, ist ‚Die Chemie des Todes‘ ein Roman, den ich sehr empfehlen kann. Bis zum Ende hin wird die Geschichte immer spannender und hat ein unvorhergesehendes Finale.

Hier geht es zum Buch: ‚Die Chemie des Todes‘ von Simon Beckett.

Hier geht es zu den Rezensionen von Band 2 ‚Kalte Asche‘ und Band 3 ‚Leichenblässe‘.

|  Z U M   A U T O R  |

Simon Beckett arbeitete als Hausmeister, Lehrer und Schlagzeuger, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Als Journalist hatte er Einblick in die Polizeiarbeit; dieses Wissen verarbeitet er in seinen Romanen. Sein Thriller „Die Chemie des Todes“ war wochenlang auf Platz 1 der Taschenbuch-Bestsellerliste, der erfolgreichste Krimi-Neuzugang des Jahres 2006. Simon Beckett ist verheiratet und lebt in Sheffield.

© Inhalt unf Info zum Autor Rowohlt Verlag.

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