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‚Bevor ich sterbe‘ von Jenny Downham

★ ★ ☆ ☆ ☆  2 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun…

Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?

|  R E Z E N S I O N  |

Auch in diesem Buch geht es wieder um das Sterben und ich habe es mit einigen Jahren Abstand nun zum zweiten Mal gelesen, vor allem um einen Vergleich zu ‚Mein bester letzter Sommer‘ zu bekommen. Die Geschichte klingt anfangs ähnlich, denn auch hier ist die Hautperson eine Jugendliche im Alter von 16 Jahren und heißt Tessa. Sie hat jedoch im fortgeschrittenen Stadium Leukämie und ohne eine Knochenmarkspende kann sie die Krankheit nicht besiegen.

Die Geschichte an sich ist dennoch gänzlich anders. Wir begleiten Tessa über mehrere Monate in guten und schlechteren Phasen ihrer Erkrankung mit palliativer Therapie, die an sich auch gut beschrieben werden. Tessa und ihr Bruder werden von ihrem alleinerziehenden Vater aufgezogen, ihre Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Diese taucht im Laufe der Geschichte wieder auf und versucht sich wieder etwas in die Mutterrolle einzuleben, was sich als durchaus schwierig gestaltet. Die Beziehung zu ihrem Schwarm Adam verläuft leider nicht so wirklich authentisch und auch Tessas einzige Freundin Zoey war für mich keine Sympathieträgerin. 

Relativ gut gelungen fand ich das Ende, denn dies ist sehr emotional und echt. In diesen Abschnitten ist der Stil ohne Satzzeichen und Groß/Kleinschreibung eine wirklich gute Umsetzung der Gedankengänge in einem Sterbeprozess. 

„es geschieht jetzt und es ist wirklich wirklich wahr und sie können mir alle noch so oft versprechen dass sie sich an mich erinnern werden denn selbst wenn ist es völlig egal weil ich nichts davon merken werde weil ich nicht mehr da sein werde“ (Seit 247)

Ich hatte eigentlich nur gute Erinnerungen an das Buch, doch ich wurde diesmal einfach nicht warm mit Tessa. Sie ist für mich ein sehr schwieriger und sehr negativ eingestellter Charakter, was sie durch ihre Situation durchaus sein darf, dennoch war es mir zu übertrieben dargestellt. Die Schreibweise und die dargestellten Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander haben mir leider gar nicht mehr gefallen, sodass ich mich eher durch das Buch kämpfen musste als es zu genießen. Ich fand es deshalb eher schade und traurig, ständig in diese Wut einzutauchen, denn ich weiß, dass man solche Erfahrungen und Erlebnisse auch anders darstellen kann – denn Wut und Trauer sollten in solchen Phasen nicht die einzigen Emotionen sein!

Hier geht es zum Buch: ‚Bevor ich sterbe‘ von Jenny Downham.

|  Z U R   A U T O R I N  |

Jenny Downham hat als Schauspielerin in einer freien Theatergruppe gearbeitet, bevor sie anfing zu schreiben. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London. ‚Bevor ich sterbe‘ ist ihr erster Roman, der in mehr als 20 Länder verkauft wurde und einer der erfolgreichsten britischen Bestseller.

© Inhalt und Info zur Autorin Goldmann Verlag

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