0 In Jugend/ Liebesroman

‚Mein bester letzter Sommer‘ von Anne Freytag

★ ★ ★ ★ ☆  4 von 5 Sternen


|  I N H A L T  |

Tessa hat immer gewartet: auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, sie hätte noch Zeit. Doch die hat sie nicht. Tessa wird sterben und das schon sehr bald. Sie ist fassungslos, wütend und verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der sie und ihre Fassade durchschaut, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr zur Seite steht. Er überrascht Tessa mit einem großartigen Plan und schenkt ihr einen letzten Sommer. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.

|  R E Z E N S I O N  |

In diesem Roman geht es nicht nur um die Liebe, sondern auch um tiefe Freundschaft, um Herzenswünsche und letztendlich um das Ende des Lebens – die Gewissheit des Sterbens. 

Tessa ist 17 Jahre alt und weiß, dass sie bald sterben wird. So wartet sie förmlich und das täglich mit äußerst schlechter Laune auf DEN Tag, der ihr letzter sein wird. Doch dann tritt ganz unerwartet Oskar in ihr Leben und Tessa ist sichtlich überrumpelt von ihren Gefühlen. Oskar lässt sich von Tessas Situation nicht abschrecken, so wie es die meisten ihrer Freunde getan haben. Er verliebt sich sogar in sie und beide verbringen ihren letzten Sommer zusammen – und das nicht irgendwo, sondern auf einem Roadtrip nach Italien.

Dieser Roman bietet nicht nur eine jugendliche Liebesgeschichte, die wirklich unter die Haut geht, sondern bestärkt den Leser ein lebenswertes Leben zu führen – jeden Tag zu nutzen und seine Bucket Liste abzuarbeiten! Zusätzlich regen Tessas Gedankengänge bezüglich des Sterbens und der verbleibenden Zeit ihres Lebens sehr zum Nachdenken an.

Es ist schon seltsam. Ich wollte immer alles. Also für mein erwachsenes Ich. Jetzt wäre ich schon mit etwas mehr Zeit zufrieden. Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben. (Seite 24)

Das Buch habe ich wirklich sehr schnell verschlungen, da es zum einen eine relativ große Schrift hat und zum anderen so gut geschrieben ist, dass man es einfach nicht weglegen kann. Man möchte Tessa und Oskar – im Buch auch Teskar genannt – einfach immer weiter begleiten und ihren Urlaub verfolgen. Auch wie Tessa die Beziehung zu ihren Eltern und ihrer Schwester aufarbeitet, war für mich ganz spannend zu erleben. Mich hat es sehr beeindruckt, wie Anne Freytag die Gedanken eines sterbenden Mädchens so präzise und realistisch darstellen konnte. 

Sie werden mich vermissen, aber das Leben wird weitergehen. Ohne mich. Sie werden einen Tag nach dem anderen hinter sich bringen, und eines Tages werde ich nicht mehr so fehlen wie am Tag zuvor. Und irgendwann bin ich nur noch eine Erinnerung, die immer mehr verblasst. Ein Geist, der sie ab und zu verfolgt. (Seite 146)

Auch Oskar ist als Charakter sehr sympathisch und echt. Man freut sich mit ihm und leidet letztendlich auch mit ihm. Doch dann kommt auch die Zeit, in der Tessa sich von allen verabschieden muss. Das setzt sie in Form von Briefen wirklich gut um – was einen wirklich zu Tränen rühren kann. Insgesamt kann ich diesen Roman nur positiv bewerten! Einen Stern muss ich allerdings abziehen, weil ich mir von Tessa in manchen Situationen eine schnellere Einsicht gewünscht hätte. Aber alles in allem kann ich dieses Buch jedem empfehlen! Man kann hier wirklich lachen und weinen, aber auch schmunzeln und nachdenken. Zum Abschluss noch ein etwas längeres Zitat, das mir besonders gefallen hat!

Das Warten auf den Tod ist das, was ihn so schlimm macht. Ich glaube, der Tod ist freundlich. Er holt uns ab und begleitet uns. Zumindest möchte ich das glauben. Nur das mit dem Sterben ist so eine Sache. Denn, wenn wir begreifen, was wir hinter uns lassen, wenn wir erst sehen, was uns immer von dem abgelenkt hat, was wir wirklich wollten oder wir kapieren, dass wir nie die wurden, die wir werden wollten, bleibt das Bedauern. Das, was mir am meisten Leid tut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann. Ich hatte alles. Insbesondere Zeit. Aber ich habe sie nicht ausgekostet. (Seite 182)

Hier geht es zum Buch: ‚Mein bester letzter Sommer‘ von Anne Freytag.

|  Z U R   A U T O R I N  |

Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, teilweise unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch „Mein bester letzter Sommer“ schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können. In diesem Leben lebt und arbeitet sie in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist, um ihrer Neugier auf neue Geschichten nachzugehen. Manchmal auch nur in Gedanken.

© Inhalt und Info zur Autorin Wilhelm Heyne Verlag und amazon.de

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